Am 20.11.2025 war es wieder soweit: Hakeem Agha, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung (IWJB gGmbH) läutete am frühen Morgen im Filmsaal den  Zukunftstag ein. Mit dem Untertitel „Dein Crashkurs fürs Leben“ gab Herr Agha nach der Begrüßung durch unseren Schulleiter, Herrn Kramer, einen Überblick über das, was für die Klassen der HBF Unterstufe und der BF2 folgen sollte.

Ausnahmsweise standen für die rund 80 Schülerinnen und Schüler nicht nur Deutsch, Sport oder Mathematik auf dem Lehrplan, sondern zur Abwechslung „harte“ Themen aus dem „Ernst des Lebens“ außerhalb der Schule auf der Agenda: Finanzen, Steuern, Wohnen und natürlich ein Bewerbungstraining. Ganz allgemein versteht sich der Zukunftstag als Projekttag, der jungen Menschen diese Themen näherbringt, die in der Schule oft zu kurz kommen, aber später im Leben wichtig werden.

Im Anschluss an die knackige Begrüßung begannen die Workshops zu den vier Themen. Diese wurden von Experten der jeweiligen Branchen auf ehrenamtlicher Basis gehalten. Im Workshop Wohnen klärte Herr Weis von der 4wändekanzlei aus Frankenthal unter anderem Fragen, wie man die erste eigene Wohnung findet und welche Kosten hier entstehen. Die verschiedenen Steuer- und Anstellungsarten waren Thema im Workshop Steuern von Herrn Schäfer von der Volker & Stefan Schäfer Steuerberatungsgesellschaft mbB aus Mainz. Warum es wichtig ist, schon früh daran zu denken, für das Alter vorzusorgen und warum man sich nicht alleine auf die gesetzliche Rente verlassen sollte – das lernten die Schüler im Finanz-Workshop mit Herrn Kraft von der modschiedler Logistik aus Bobenheim-Roxheim. Und schließlich ging es im Bewerbungsworkshop mit Herrn Agha darum, nicht nur den passenden Zukunftsberuf, sondern auch den geeigneten Weg dorthin zu finden. Am Ende des Tages hat jeder die vier Workshops durchlaufen – und einiges an Informationen mitgenommen.

Seinen Ursprung hat der Zukunftstag in einem Tweet aus dem Jahr 2015. Damals schrieb eine Kölner Schülerin: „Ich habe keine Ahnung von Miete, Steuern und Versicherungen. Aber ich kann eine Gedichtsanalyse schreiben. In vier Sprachen.“ Dieser Tweet löste in Deutschland eine Debatte über den Stand der ökonomischen Bildung aus. Auch Lorenzo Wienecke und Juri Galkin, damals selbst noch Schüler, sprach der Tweet an. Die beiden Kasseler Schülersprecher nahmen das Problem selbst in die Hand und gründeten 2019 den Zukunftstag.
Heute ist der Zukunftstag das Hauptprojekt der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung (IWJB gGmbH), die von Lorenzo Wienecke und Juri Galkin geleitet wird und 20 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen etwa 50 Ehrenamtliche, die neben Studium oder Beruf zu Schulen reisen und Zukunftstage vor Ort leiten.

Alles in allem war der mittlerweile dritte Zukunftstag an der Andreas-Albert-Schule erneut ein voller Erfolg – einige gingen sogar im Glauben nach Hause, mehr als an vielen anderen Tagen in der Schule mitgenommen zu haben. Mittlerweile eine feste Institution im Jahresplan unserer Schule soll auch der Zukunftstag in den kommenden Jahren weiterhin stattfinden – damit auch weitere Schülerinnen und Schüler wieder die im Unterricht vermittelte Theorie mit Praxisinformationen ergänzen und sich aktiv auf ein Leben nach der Schule vorbereiten können.

Dr. Björn Wagner