Tag der Toleranz 2017

Von |2018-10-24T10:26:01+00:0016. November 2017|Veranstaltungen|

Zum zweiten Mal feierten die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und die eingeladenen Gäste den „Tag der Toleranz“ an der Andreas-Albert-Schule. Die UNESCO hat den 16. November vor 22 Jahren zum Internationalen Tag der Toleranz ausgerufen und möchte damit an eine tragende Säule des friedlichen Zusammenlebens erinnern: „Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt.“ Gerade an einer Schule wie der Andreas-Albert-Schule, wo Menschen aus ganz vielen unterschiedlichen Kulturen, zusammen lernen sollen, ist Toleranz ein ganz bedeutender Faktor. In diesem Jahr stand im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zudem noch ein ganz besonderes Ereignis: Die Andreas-Albert-Schule bekam den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen, nachdem im Laufe der vergangenen sechs Monate insgesamt 992 Unterschriften gesammelt wurden, durch die sich die Schülerinnen und Schüler zu den Grundsätzen des Schulnetzwerks bekannten.

Als Gäste konnte Schulleiter Thomas Kramer an diesem Tag zahlreiche bekannte Gesichter begrüßen, die allesamt eng mit der Schule verbunden sind: die Landtagsabgeordneten Christian Baldauf und Martin Haller, die Frankenthaler SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Reffert, die Dezernentin für Schule, Kultur und Sport, Monica Umstadt, die Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration, Aygül Askin-Gezici, und den Schulleiter der Friedrich-Ebert-Realschule plus, Stephan Hirt.

Um 9 Uhr startete die Feier mit dem Eröffnungsvideo „Love Has No Labels“ und einer kurzen Ansprache von Schulleiter Thomas Kramer. Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Stände besuchen, die von den Wahlschulklassen liebevoll vorbereitet waren. Und hier war einiges geboten:

Am Stand „Friede auf Erden“ von der Klasse HBF 17 B konnten die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Raum lassen und Motive zum Thema „Frieden“ gestalten. Am Stand der HBF 17 A konnte man mit Darts Luftballons mit Aufschriften wie „Sexismus“ zum Platzen bringen, getreu dem Motto „Rassismus – Platz da“. Die HBF 16 B hatte ein Stationen-Quiz „Hören – Sehen – Riechen“ vorbereitet, bei dem Gewürze, Musik und Länderumrisse ihrer Herkunft zugeordnet werden mussten. Länder an Süßigkeiten musste man bei der Klasse BF1 WV 17 B erkennen. Diese Klasse hatte zudem noch ein Dosenwerfen vorbereitet, wobei natürlich jede Dose für einen intoleranten Aspekt stand. Beim Berlin-Quiz der Klassen EL 15, MT 15 und ZM 16 konnten die Schülerinnen ihr Wissen über Berlin testen und sich am Stand durch Bilder und Infos über die Erlebnisse der Klassen während ihrer zurückliegenden Berlinfahrt informieren. Beim „heißen Draht“ der Klasse BF1 GT 17 A musste man ein möglichst ruhiges Händchen haben, um die Hindernisse überwinden zu können und beim Parcourslauf der BF1 WV 17 A wurde das Vertrauen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler auf die Probe gestellt. Teamarbeit war beim „Magischen Meter“ der BF1 HW 17 gefragt. Ein besonderes Highlight war der Stand der Schulpatin Uschi Freymeyer, an dem Schülerinnen und Schüler ihren Händeabdruck hinterlassen konnten.

Neben diesen Jahrmarktständen gab es noch Galeriestände, an denen man sich über zahlreiche Themen, die einen Fokus auf Toleranz legen, informieren konnte. Die BVJS 17 A und B hatten eine interessante Fotopräsentation über Afghanistan vorbereitet, die BF1 GP 17 stellte die Schulpartnerschaft mit Ruanda durch einen tollen Stand mit vielen Exponaten und durch eine Präsentation mit Beamer vor. Plakate und Postkarten zu den Themen „Rassismus“ und „Menschenrechte“ hatte die BF1 HW 17 aufbereitet, die IK 17 trugen mit den Ergebnissen der Filmanalyse zu „Monsieur Claude und seine Töchter“ zu einer Auseinandersetzung über Vorurteile und deren Konsequenzen bei.

Natürlich wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Kulinarische Highlights waren die Blätterteigsnacks der Br 17, die afghanisch-syrischen Spezialitäten der BVJS-Klassen 17 A und B, die internationale Küche der BF2 HW 17 und der wunderbare Kuchen der BF1 HW 17. Mokka, Eistee und weitere internationale Getränke boten die Schülerinnen und Schüler der BF2 WV 17 an. Den Verkauf unterstützte die Klasse der BF1 WV 17 A.

Das offizielle Programm zur Titelverleihung startete um 10 Uhr mit dem Song „Where Is The Love“, dargeboten von Dario Marino am Keyboard und Lee Maxwell als Sängerin. Den besonderen Reiz der Veranstaltung machte es natürlich aus, dass Dario ein ehemaliger Schüler der Andreas-Albert-Schule war. Im Anschluss betonte Schulleiter Thomas Kramer, welche Bedeutung der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat. So sei eine Schule ohne Rassismus eine Schule ohne das Denken, dass Etwas oder Jemand überlegen ist. Eine Schule, die in jeglicher Vielfalt Zuspruch findet. Eine Schule mit Courage sei schließlich eine Schule mit Mut, mit der Einstellung für Etwas oder Jemanden einzustehen. Eine Schule mit der Einstellung, auch Wagnisse einzugehen. Die Rede des Schulleiters ergänzten Mitglieder der Schulleitung und des Personalrates, die allesamt kurz vortrugen, welche Bedeutung für sie persönlich Toleranz hat. Anschließend führten die BVJS-Klassen 17 A und B persische Volkstänze auf, die sie sehr engagiert darboten. Sicherlich kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die kompletten Tribünen der Schulsporthalle voll besetzt waren. Entsprechend groß war auch der Applaus. Sehr bewegend erzählten im Anschluss Machmut Najwa und Mohammad Kurabi ihre Flucht-Odyssee aus Afghanistan und Syrien. Interviewt wurden beide von der Schülersprecherin, Albulena Hoti. Als nächster Programmpunkt stand das Szenische Spiel des Schülerteams „Schule ohne Rassismus“ an. Es trug den Titel „Gesicht zeigen – leben, lieben, lachen statt hassen, schreien, krachen“. In diesem Spiel wurden Ballons mit Aufschriften wie „Soziale Diskriminierung“, „Frauenfeindlichkeit“ oder „Hass“ zum Platzen gebracht, während Ballons mit Aufschriften wie „Freiheit“, „Gerechtigkeit“ oder „Solidarität“ schweben durften. Nach einem musikalischen Intermezzo mit den Songs „Heal The World“ und „Let It Be“, vorgetragen von Dario Marino und Lee Maxwell, trug unsere Schulpatin eine kleine Geschichte vor, mit der sie eigene Erfahrungen mit Vorurteilen schilderte. Zu den Songs „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und „Sascha“ von den Toten Hosen führte dann die BF1 GT 17 B ein humorvolles Sockentheater auf. Den Höhepunkt des Programms stellte die Titelverleihung durch Anke Lips von der Landeszentrale für politische Bildung dar. Das Schild mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde offiziell überreicht und Schulleiter Thomas Kramer, die Vertreterin des Schulträgers, Monica Umstadt, das Schülerteam und das Lehrerteam wurden auf die Bühne gebeten. Dabei freute es alle ganz besonders, als Anke Lips in ihrem Grußwort betonte, wie außergewöhnlich es sei, dass eine Schule ein so großes Lehrerteam habe. Den emotionalen Ausklang bildete der Song „We Are The World“, natürlich wieder gesungen von Lee Maxwell und begleitet von Dario Marino, bei dem alle aufstanden und mitsangen.

Doch natürlich war die Feier damit noch nicht beendet. Anschließend wurde die Sporthalle in eine Disco verwandelt und Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte tanzten gemeinsam und zeigten ihre Moves. Auch kam es zu spontan inszenierten Aktionen. Mohammad Kurabi forderte alle mit verschlossenen Augen auf, ihn zu umarmen: Ich bin ein Flüchtling, egal aus welchem Land ich komme – Ich vertraue dir, wenn du mir vertraust. Umarme mich! Nach der Preisverleihung des Ruanda-Quiz wurden schließlich noch viele, viele Rosen ausgelegt. Alle wurde aufgefordert, sich eine Rose zu nehmen und sie an fremde Menschen weiterzureichen. Mit dieser wunderbaren Bitte wurde der letzte Act eingeläutet. Andreas Werle spielte auf dem Keyboard den jazzigen Song „Mercy, Mercy, Mercy“ und Christian Riedemann sprach das Schlusswort und bedankte sich bei allen Beteiligten für eine tolle Veranstaltung. Zu den Klängen des Videos „Eine Welt eine Heimat“ von Adel Tawil leerte sich dann langsam die Halle…

Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die diesen Tag zu einem so schönen Ereignis gemacht haben.